ChronoFair: Schichtplanung im Mittelstand gerechter und einfacher machen
Viele Unternehmen mit Schichtbetrieb kennen das Problem: Komplexe Dienstpläne werden häufig noch immer manuell erstellt, was bei steigender Zahl an Qualifikationen, gesetzlichen Vorgaben und individuellen Mitarbeiterwünschen schnell an seine Grenzen stößt. Genau an diesem Punkt setzt ChronoFair an, ein 2018 an der Universität des Saarlandes gegründetes Unternehmen, das KI-gestützte Software für Personaleinsatzplanung, Schichtplanung und Arbeitszeiterfassung entwickelt. Im Kern der Lösung steht ein lernendes System, das Dienstpläne automatisch erstellt und dabei Personalbedarf, Qualifikationen, gesetzliche Vorgaben und Mitarbeiterwünsche gleichermaßen berücksichtigt. Über Self-Service-Funktionen können Beschäftigte eigene Wünsche und freie Tage einbringen, kurzfristige Ausfälle lassen sich in Echtzeit einpflegen. Der modulare Aufbau erlaubt es, Planungsregeln und Funktionen für jede Abteilung individuell zu konfigurieren. Ergänzt wird die Kernanwendung um eine digitale Arbeitszeiterfassung und einen Schichtmodellrechner zur Simulation verschiedener Modelle, Prüfung von Arbeits- und Ruhezeiten sowie zum Vergleich von Besetzung und Kosten. Über Schnittstellen lässt sich die Software zudem in bestehende Lohn- und ERP-Systeme integrieren.
Zu den Referenzkunden zählen mittlerweile Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen, darunter Schott, Villeroy & Boch, Check24 und die Stadtwerke Trier. Auch das Druckhaus der Saarbrücker Zeitung setzt ChronoFair ein. Personaldisponentin Saskia Anglade-Lallemand beschreibt, dass die bisherigen Excel-Planungen an ihre Grenzen gestoßen waren, und hebt den modularen Aufbau als besonderen Vorteil hervor, da sich die Software passgenau auf die Anforderungen einzelner Abteilungen zuschneiden lässt.
Der Weg zur Gründung führte über das regionale Innovationsökosystem. Die Software entstand ursprünglich auf Basis von Forschungsarbeiten am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken, welches das Projekt bereits 2019 als Kombination aus mathematischer Optimierung und maschinellem Lernen beschrieb. Die Wissens- und Technologietransferstelle der Universität des Saarlandes begleitete die Gründer mit Coaching, während der IT-Inkubator die Vorgründungsphase finanziell und fachlich unterstützte. Anfang 2019 sicherte sich das Team zusätzlich ein EXIST-Gründerstipendium, bevor über den Saarland Pitch die Saarländische Wagnisfinanzierungsgesellschaft als Investor hinzukam, der das Unternehmen seit August 2019 beim weiteren Wachstum begleitet.
Seinen Sitz hat ChronoFair mittlerweile im pfälzischen Schönenberg-Kübelberg und steht damit sinnbildlich für die enge wirtschaftliche Verflechtung zwischen dem Saarland als Forschungs- und Gründungsstandort und dem benachbarten Rheinland-Pfalz als Unternehmensstandort. Das Beispiel zeigt, wie aus wissenschaftlicher Forschung eine konkrete Softwarelösung für den Mittelstand entstehen kann, die ein Thema automatisiert, das in vielen Betrieben noch immer mit hohem manuellem Aufwand verbunden ist.
Weitere Infos unter https://www.chronofair.de