Saarland stärkt seine DeepTech-Startupszene mit rund 120 Millionen Euro
Das Saarland entwickelt sich zu einem zunehmend relevanten Standort für technologiegetriebene Gründungen. Der Saarland Startup Monitor 2026, den der Startup-Verband im Auftrag des saarländischen Wirtschaftsministeriums erstellt hat, zählt 168 aktive Startups im Land. Nach rückläufigen Gründungszahlen in den Jahren zuvor wurden 2025 wieder 22 neue Startups gegründet. Damit zeichnet sich eine Trendwende ab. Pro Kopf liegt das Saarland bei der Startup-Aktivität im bundesweiten Mittelfeld und vor mehreren vergleichbaren Flächenländern.
Eine besondere Stärke des Saarlands liegt im Bereich DeepTech. Während bundesweit 11 Prozent der Startups diesem Bereich zugerechnet werden, liegt der Anteil im Saarland bei 19 Prozent. Auch Patente haben für saarländische Gründungen eine überdurchschnittliche Bedeutung: Für 53 Prozent der Startups spielen sie eine große Rolle, bundesweit sind es 36 Prozent. Gleichzeitig haben 83 Prozent der saarländischen Startups bereits Unterstützung von Hochschulen oder Forschungseinrichtungen erhalten. Der Startup Monitor sieht darin eine besondere Stärke des regionalen Wissenstransfers. Die Forschungslandschaft bildet damit einen wichtigen Teil des Gründungsökosystems. Institutionen wie das DFKI und das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit tragen dazu bei, wissenschaftliche Erkenntnisse in neue Unternehmen und Technologien zu überführen. Saarbrücken bildet dabei das Zentrum des Ökosystems, 89 der 168 aktiven Startups haben dort ihren Sitz.
Gleichzeitig bleibt der Zugang zu privatem Kapital eine Herausforderung. Nur rund jedes zehnte Startup bewertet den Kapitalzugang positiv. Das Saarland reagiert darauf mit zusätzlichen Instrumenten für Wachstumskapital im Umfang von rund 120 Millionen Euro. Dazu gehören unter anderem 40 Millionen Euro für einen Transformationsfonds, 23,6 Millionen Euro für RegionInnoGrowth, 22,6 Millionen Euro für ein EFRE-Nachrangdarlehen und 35 Millionen Euro für einen EFRE-Beteiligungsfonds. Ziel ist es, innovative Unternehmen nicht nur bei der Gründung zu unterstützen, sondern auch beim weiteren Wachstum im Saarland.
Für die regionale Wirtschaft eröffnet das neue Anknüpfungspunkte. Unternehmen können als Kunden, Kooperationspartner oder Investoren mit den technologieorientierten Gründungen zusammenarbeiten. Gleichzeitig profitieren Startups davon, wenn sie früh Zugang zu industriellen Anwendungen, Märkten und Kapital erhalten. Die Verbindung von Forschung, Unternehmertum und etablierten Unternehmen kann damit zu einem wichtigen Faktor für die weitere Entwicklung des Standorts werden.
Das Saarland verfügt damit über eine Kombination, die für DeepTech-Gründungen entscheidend sein kann, eine starke Forschungsbasis, einen wachsenden Bestand an Startups und neue Instrumente für Wachstumskapital. Die entscheidende Frage für die kommenden Jahre wird sein, wie viele dieser Unternehmen den Schritt von der Forschung und frühen Gründungsphase in nachhaltiges Wachstum schaffen. Genau dort liegt das Potenzial, aus der bislang vergleichsweise kleinen Startupszene einen wirtschaftlich relevanten DeepTech-Standort zu entwickeln.
Quellen: Saarland Startup Monitor 2026 · Saarland Offensive Gründung · Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie Saarland