Solain: Klimarisiken erkennen, ohne einen einzigen Sensor zu installieren
Europas Städte und Kommunen stehen unter wachsendem Druck. Das im März 2026 verabschiedete überarbeitete EU-Klimagesetz verschärft die Anforderungen an Klimaanpassung und Monitoring auf kommunaler Ebene. Gleichzeitig nehmen Hitzewellen in Häufigkeit und Intensität zu. Wer als Kommune oder als Unternehmen mit Liegenschaften, Produktionsstandorten oder Infrastruktur handeln will, braucht zuverlässige Daten darüber, wo genau Hitzeinseln entstehen, wo Entsiegelungsbedarf besteht und wo Energieeffizienzmaßnahmen die größte Wirkung entfalten. Flächendeckende Sensornetze sind dafür zu teuer, zu aufwendig und zu wartungsintensiv. Das Startup Solain aus Rheinland-Pfalz löst dieses Problem ohne Hardware vor Ort.
Solain fusioniert Satellitendaten verschiedener Quellen, darunter NASA und ESA, und kombiniert thermische und optische Informationen zu gebäudegenauen Analysen. Die Plattform ist auf Nutzerfreundlichkeit ausgelegt: Ein Projekt ist in fünf Minuten angelegt, das Areal definiert und die Analyse gestartet. In Marburg wurden auf 60 Quadratkilometern über 10.600 Gebäude analysiert. Die Kombination aus Albedo, Vegetation, Feuchte und gebäudegenauer Zuordnung macht den Unterschied gegenüber generischen Fernerkundungslösungen.
Für Unternehmen mit Immobilienbestand oder Infrastrukturverantwortung ist das ein direkter Einstieg in datenbasierte Klimaanpassung, ohne eigene Messtechnik aufzubauen. Auch für den Schienenverkehr zeichnet sich ein Anwendungsfeld ab, da die Plattform sichtbar macht, wo Infrastruktur besonders hitzegefährdet ist. Auf der Roadmap stehen Nachttemperaturen, innertägliche Temperaturverläufe, 3D-Geländemodelle und Hochwassersimulationen. Solain nimmt bereits das europäische Ausland ins Visier. Der Markt für satellitengestützte Temperaturinformationen wird bis 2030 von 1,7 auf 4,5 Milliarden Euro wachsen.
Weitere Infos: https://www.solain.de/