Europas AI-Gigafactories und die Frage nach digitaler Souveränität
Mit der Initiative InvestAI stellt die Europäische Union rund 200 Milliarden Euro für den Ausbau von künstlicher Intelligenz bereit. Ein Teil davon, 20 Milliarden Euro, ist für den Aufbau von bis zu fünf groß angelegten AI-Gigafactories vorgesehen, die jeweils über rund 100.000 KI-Chips der nächsten Generation verfügen sollen. Die formale Ausschreibung durch EuroHPC JU wird für Sommer 2026 erwartet, die Inbetriebnahme der Standorte ist für den Zeitraum 2027 bis 2028 geplant.
Im Zentrum des Ansatzes steht das Konzept „Compute as a Service“. Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen sollen künftig bedarfsgerecht auf einen gemeinsamen Pool von etwa 400.000 Beschleunigern zugreifen können, ohne selbst hohe Investitionen in eigene Infrastruktur tätigen zu müssen. Ziel ist es, Rechenkapazitäten breit zugänglich zu machen und gleichzeitig die technologische Souveränität Europas zu stärken, indem die Abhängigkeit von außereuropäischen Hyperscalern reduziert wird.
Eine zentrale Herausforderung bleibt das Umsetzungstempo. Ob es Europa gelingt, den Rückstand gegenüber den USA und China zu verringern, wird wesentlich davon abhängen, wie schnell Chipkapazitäten verfügbar gemacht werden, wie sich die Energiekosten entwickeln und wie effizient die Vergabe der Projekte organisiert wird.
Quellen: European Investment Bank · European Commission, Digital Strategy